Kontinuitätsmanagement

Plan B

Von Claudia Harbinger · 2020

Kluge Unternehmen denken über potenzielle Bedrohungen nach, bevor eine Krise einsetzt. Sie analysieren mögliche Auswirkungen und sorgen vor. Im besten Fall können sie so am Tag X sofort in den Bewältigungsmodus schalten und weiterarbeiten. Um den Geschäftsbetrieb unter widrigen Umständen aufrecht zu erhalten, muss das Kontinuitätsmanagement bereits früh und ganzheitlich ansetzen.

In einem offenen Gelände stehen mehrere Türen weit offen.
Firmen müssen stets prüfen, wo Türen für existenzbedrohende Ereignisse aufgehen könnten. Foto: iStock / Rocco-Herrmann

Es kann das Wetter sein. Ein Stromausfall. Kriminelle Aktivitäten. Ein Unfall. Oder eine Pandemie. Existenzbedrohende Ereignisse können jederzeit und ohne Vorwarnung auftreten. „Unternehmen stehen vor der Aufgabe, sich resilient und elastisch zu machen, damit es trotzdem weitergeht“, sagt Prof. Dr. Christian Reuter vom PEASEC-Institut der TU Darmstadt. Abgewogen werden muss, wie wahrscheinlich ein bestimmtes negatives Ereignis ist, wie sehr es das Unternehmen betrifft, welcher Schaden daraus entsteht, und was die Vorsorge kostet in Form von Sicherungsmaßnahmen vor Ort oder einer Versicherung.

Kontinuitätsmanagement: Vorausschauend planen

Betreiber kritischer Infrastrukturen oder so genannte systemrelevante Branchen sind an erster Stelle gefordert, weil sie für die Versorgung der Bevölkerung verantwortlich sind. Aber auch alle anderen Unternehmen müssen sich schützen. Gerade die Hidden Champions im Mittelstand haben oft hohen Beratungsbedarf, eine Notfallplanung zu erstellen und aktuell zu halten, weil es keine pauschalen Lösungen gibt. Es müssen zunächst individuell die Bereiche identifiziert werden, die am stärksten betroffen sein könnten, und die Dinge, von denen das Unternehmen besonders abhängig ist. Werden Geschäftsvorgänge unterbrochen, steht schnell der gute Ruf auf dem Spiel und eine finanzielle Schieflage droht. Manches ist gut zu kompensieren. Wird eine kontinuierliche Energieversorgung benötigt, kann die Investition in Notstromaggregate eine Lösung sein. Gegen Feuer werden Rauchmelder und Sprinkleranlagen installiert. "Manchmal sind jedoch unkonventionelle und flexible Lösungen gefragt", sagt Prof. Dr. Reuter. Ist eine Fabrik durch ein Hochwasser von Transportwegen abgeschnitten, muss woanders produziert werden. Im Zweifelsfall, indem man die Konkurrenz beauftragt. Das ist immer noch besser, als nicht liefern zu können.

Sicherheit und Globalisierung

In unserer vernetzten Welt sind Daten und Telekommunikation von großer Wichtigkeit. Deshalb gibt es maßgeschneiderte IT-Sicherheitskonzepte für Hard- und Software, um Cyberangriffen zu trotzen. Dazu gehören die externe Sicherung von Daten und vom Internet getrennte Rechner. Auch der Finanzsektor versucht, sowohl gegen virtuelle als auch reale Attacken gewappnet zu sein. Nach Ansicht von Experten haben einige Länder geheime zweite Standorte für ihre Börsen aufgebaut, die im Ernstfall sofort in Betrieb gehen können.

In Zeiten des Corona-Virus sind Unternehmen im Vorteil, die vorab fertige Pandemiepläne in der Schublade hatten, inklusive Hygienekonzepten. Sie konnten für ihre Mitarbeiter in kurzer Zeit Homeoffice und Remote Work realisieren oder vor Ort mit festen Schicht- und Teamlösungen die Produktion am Laufen halten. Künftig werden bei der Planung von neuen Werkhallen, Umkleide- und Aufenthaltsräumen sicher Kriterien zur Minimierung eines Ansteckungsrisikos berücksichtigt werden.

Quellen:
www.tuv.com/germany/de/business-continuity-management-iso-22301-(bcm).html
www.qz-online.de/qualitaets-management/qm-basics/recht_normen/business-continuity-management/artikel/business-continuity-management-bcm-1015010.html

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