Niedrigzinsumfeld

Diversifizieren mit System

Von Karl Heinz Möller · 2020

Anleger lieben die Sicherheit. Produkte, die eine bestimmte Verzinsung garantieren, gehörten schon immer zu den bevorzugten Assets. Aktien dürften nach dem aktuellen Desaster an den Börsen erst auf mittlere Sicht wieder ein Thema sein. Allerdings werfen auch Rentenpapiere im Niedrigzinsumfeld keine hohen Erträge mehr ab. Zunehmende Korrelationen unter den Anlageklassen und starke Marktschwankungen erschweren die Auswahl, und das Risiko steigt auch hier. Dennoch: Mit System ist eine Rendite oberhalb der durchschnittlichen Marktschwankungen möglich.

Geldmünzen auf einem Tisch, darüber schwebt ein Prozentzeichen. Thema: Niedrigzinsumfeld
Foto: iStock/marchmeena29

In diesen Zeiten sind bei Kapitalanlegern zunehmend Multi-Asset-Produkte gefragt, die in mehrere Anlageklassen investieren. Wenn etwa alle Aktienmärkte gleichzeitig fallen, sind die Konsequenzen für ein Multi-Asset-Portfolio in der Regel weniger gravierend, weil es nicht von seinem Aktienteil allein dominiert wird. Deshalb ist ein wesentlicher Punkt dieses Anlageansatzes der effiziente Umgang mit Verlustrisiken. Zwar wenden Anlage-Experten immer wieder ein, dass eine hohe Diversifikation in guten Markt-Zeiten die Erträge verwässert. Für konservative Investoren aber, die große Verluste oder eine hohe Volatilität nicht akzeptieren wollen, bieten Multi-Asset-Strategien einen verlässlichen Risikoschutz.

Geringe Korrelationen sorgen für eine effiziente Mischung

Prinzipiell haben sogenannte Multi-Asset-Fonds das Ziel, regelmäßige und laufende reale Erträge oder Einkommen zu generieren. Sie nutzen dafür beispielsweise dividendenstarke Aktien, vergleichsweise gut verzinste Unternehmens- oder Schwellenländeranleihen, Rohstoffe, alternative Anlagen oder auch Gold und Immobilien.

Ein Selbstläufer sind derartige Anlagestrategien aber nicht. Um im Multi-Asset-Bereich erfolgreich zu sein, gilt es verschiedene Punkte zu berücksichtigen. So sollte das Fondsmanagement auf jeden Fall über eine globale Kompetenz verfügen. Dies ist Voraussetzung dafür, dass Anlagechancen in allen Regionen der Welt gezielt genutzt und das Vermögen entsprechend breit gestreut investiert werden kann. Wie gut ein Managementteam und das entsprechende Multi-Asset-Produkt funktionieren, zeigt sich dabei vor allem, wenn man auf die unterschiedlichen Marktszenarien der Vergangenheit blickt. Über einen Zeitraum von zehn bis 15 aufeinanderfolgenden Jahren sollte das Managementteam nachgewiesen haben, dass sich dessen grundlegende Strategie und Markteinschätzung bewährt haben.

Erfahrung ist für den Erfolg entscheidend

Erfolgreiche Multi-Asset-Strategien setzen voraus, dass man das Anlageuniversum genau kennt. Durch entsprechendes Know-how und gründliche Analysen einer Vielzahl klassischer und alternativer Assetklassen können konkrete Anlageentscheidungen entsprechend zum Erfolg führen. Dies ist Voraussetzung für eine optimale Wertentwicklung bei möglichst niedrigen Risiken. Weil der Gedanke der Risiko-Minimierung eine mitentscheidende Rolle bei Multi-Asset-Strategien spielt, sollten sich Anleger und Investoren vor einem konkreten Investment genau darüber informieren, wie wirkungsvoll etwa ein Multi-Asset-Fonds das Risiko in der Vergangenheit reduzieren konnte.

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